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Blog für das Fachgebiet Multimedia Kommunikation der TU Darmstadt - neues Projekt

In meinem Job als PR-Verantwortlicher des Fachgebiets Multimedia Kommunikation (kurz KOM) an der TU Darmstadt habe ich in den letzten Monaten an einer neuer Kommunikationsplattform gewerkelt - der "KOM"-Blog, der ergänzend vom httc e.V. mitgetragen wird.
"Ja, toll, noch ein Blog..." werden viele jetzt denken. Kann sogar sein, dass sie recht haben. Wie auch immer, wir haben uns intern jede Menge Gedanken über ein nachhaltiges, sinnvolles Konzept gemacht. Und jede Menge Herzblut reingesteckt. Dahinter steckt der Versuch, in einem wissenschaftlichen Umfeld Kommunikation zu ermöglichen - auf hohem Niveau, für Mitarbeiter, die normalerweise eher wenig mit Öffentlichkeitsarbeit am Hut haben (Elektrotechniker, Informatiker). "Enabling" ist das Stichwort, das in diesem Kontext meistens fällt.
An dieser Stelle möchte ich erstmal nicht viel mehr schreiben - das Teil ist nun da und wir schauen, wie es läuft und an welchen Schrauben wir drehen müssen. In unregelmäßigen Abständen werde ich hier meine Erfahrungen niederschreiben. Bisher wurde es recht positiv angenommen, aber wir stehen wirklich GANZ am Anfang.

Broterwerb und Spaß dabei

Stell Dir vor du darfst arbeiten und hast dabei noch eine Menge Spaß und machst es gemeinsam mit Menschen, die Dir sympathisch sind und die du sehr schätzt? Schön, wa? Thomas Pleil stellt ein neues Projekt vor, in das ich in den kommenden Jahren (hoffentlich) rund die Hälfte meiner Arbeitszeit investieren darf. Meine restliche Job-Energie fließt in die Öffentlichkeitsarbeit für KOM und in meine Ph.D-Arbeit.

Auf die komme ich hier im Blog zurück, wenn die Zeit reif ist. Ganz ehrlich. Versprochen. OK, mal sehen. Aber wahrscheinlich ist es schon. Mit Relaunch und so. Eventuell. Bestimmt.

Webseite: http://ebusiness-info.de/
Twitter: https://twitter.com/eBusiness_info
Google+: http://bit.ly/eBusiness_info
YouTube: http://www.youtube.com/user/eBusinessLotse


Gute Kommunikation ist wie Musik

Sie muss die richtigen Töne treffen.
Sie löst Emotionen aus.
Für jeden Mensch gibt es einen eigenen Stil, der ihn besonders anspricht.
Sie zieht Menschen an und bleibt in Erinnerung.
Sie klingt schöner, wenn viele Menschen sie gemeinsam machen.
Ihr wesentlicher Erfolg ist in Statistiken unsichtbar.

Die Menschen sind das Orchester, der Kommunikationskanal die Bühne. Das Publikum ist gespannt.

Handbuch Online-PR

Das Handbuch Online-PR erscheint am 15. Februar 2012. Was das hier verloren hat? Nun, zum einen weil ich die Herausgeber Thomas Pleil und Ansgar Zerfaß sehr schätze - sie haben viele gute Autoren gewinnen können. Zum anderen, da ich auch einen kleinen Teil dazu beitragen durfte. Gemeinsam mit Thomas Pleil habe ich den Beitrag zum Thema Online-Communities und Community Management entworfen und geschrieben.


Handbuch Online-PR





Mehr Infos gibt es unter den jeweiligen Links - ich hoffe, es gefällt! Und ja, der Blog lebt offenbar doch noch. Ein bisschen. ;)

Wikipedia-Innereien

Schwierigkeitsgrad dieses Artikels: Anfänger

Einführung für all die, die sich nie ernsthaft mit Wikipedia beschäftigt haben. Noobs. Newbies. Anfänger.  Warum? Weil die gleichen Fragen immer wieder auftauchen im Kontext möglicher „PR-Aktivititäten“. Viel Spaß damit.

Vorab:
Wikipedia-Demographie (Quelle: BITKOM 2011)
-          93% aller deutschen Internetnutzer (ab 14, rund 55 Mio.) kennen die Wikipedia.
-          54% davon nutzen die Wikipedia, für 24% ist es die erste Anlaufstelle für Recherchen im Netz (insbesondere Altersgruppe 14 – 29).
-          Meistgenutzte Enzyklopädie aller Zeiten.
-          rund eine Million deutsche Wikiepdia-Nutzer gestalten aktiv mit.
-          Bekanntheit und Nutzung nehmen mit steigendem Bildungsgrad (deutlich) zu.
-          Weltweit rund 17 Mio. Artikel.

Grundregeln der Wikipedia
Die Wikipedia ist ein ungemein idealistisches Projekt. Dies gilt es vor jeder Aktivität in der Wikipedia zu berücksichtigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass versuchte Manipulation (bspw. zu Werbezwecken) aufgedeckt wird, ist hoch. Grundsätzlich gilt: Umso größer das allgemeine Interesse an einem Artikel (bspw. Bundeskanzlerin), desto kritischer werden Veränderungen hinterfragt. Ist das Interesse an einem Thema/Artikel ohnehin eher gering besteht auch die Möglichkeit, dass man bei den gewünschten Änderungen mehr Freiheiten hat.
Wikipedia funktioniert nach dem „Einigkeitsprinzip“, d.h., es wird versucht unter den Mitgliedern einen Konsens herbeizuführen. Es gibt verhältnismäßig wenige Administratoren, die sich im Streitfall einmischen und vermitteln und/oder eine Entscheidung durchsetzen.

Die zentralen Grundprinzipien der Wikipedia lauten (vgl. Wikipedia):

Neutralität: Ein neutraler Standpunkt versucht, Ideen so zu präsentieren, dass sowohl deren Gegner als auch deren Befürworter sie tolerieren können. Er erfordert nicht die Akzeptanz aller; dies wird man selten erreichen, zumal manche Ideologien alle anderen Standpunkte außer ihrem eigenen ablehnen. Daher sollte das Ziel darin bestehen, eine für alle rational denkenden Beteiligten tolerable Beschreibung zu formulieren.
Freie Inhalte: Wikipedia ist eine freie Enzyklopädie, die Inhalte müssen unter einer Lizenz stehen, die eine Weiternutzung unter der Bedingung der Autorennennung und der weiteren Verbreitung unter gleichen Bedingungen (Copyleft) erlaubt. Der Text steht unter der Creative Commons-Lizenz Attribution-ShareAlike 3.0 Unported, die Bilder haben verschiedene Lizenzen. Die Veröffentlichung von Texten oder Bildern ohne die Erlaubnis des Rechteinhabers kann zu ernsthaften Problemen für das Projekt führen.
Keine persönlichen Angriffe: Die Teilnehmer der Wikipedia kommen aus unterschiedlichen Regionen, Ländern und Kulturen und haben oft sehr unterschiedliche Ansichten und alle eine verletzliche Seite.

Abstimmungsprozesse in Wikipedia
Das Einstellen und Verändern von Inhalten kann durch JEDEN angemeldeten Nutzer der Wikipedia erfolgen. Es erfolgt (im Normalfall) KEINE administrative Kontrolle vorab. Die neuen Inhalte sind unmittelbar nach der Änderung in der Wikipedia zu sehen.
Gleichzeitig wird ein Protokoll der Änderungen angelegt („Versionsgeschichte“). In diesem Protokoll findet man WER eine Veränderung vorgenommen hat, WAS geändert wurde und WANN es geändert wurde. Gleichzeitig ist es ratsam, dass der GRUND für die Veränderung mit angegeben wird (bspw.  „Geburtsjahr falsch, vgl. Der große Brockhaus S. x“).
Problematisch ist das sogenannte „revertieren“, also das Rückgängig machen von Veränderungen. Ebenso wie JEDER User Inhalte einstellen und ändern darf, darf auch JEDER User diese Änderungen rückgängig machen. Dies kann zu einem sogenannten „Edit-War“ führen, also eine Art Auseinandersetzung, bei dem einzelne Nutzer einen Artikel immer wieder auf die gleiche Art abändern und revertieren, oftmals ohne Begründung.
Zitat Wikipedia: „Das Revertieren ohne Begründung im Versionskommentar und/oder auf der Diskussionsseite zum Artikel verstärkt den Eindruck anderer, hier wolle jemand nur seine Ansichten durchdrücken. Das kann das Vertrauen zur Mitarbeit des Betreffenden dauerhaft beschädigen.“
Einen „Edit-War“ gilt es unbedingt zu vermeiden, stattdessen ist die Diskussion zu suchen. Jedem Artikel ist deshalb eine eigene „Artikeldiskussionsseite“ untergeordnet.
Beispiel einer solchen Artikeldiskussionsseite anhand von Angela Merkel: http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Angela_Merkel#Bild
Dort wird von den Usern diskutiert, ob Merkels Äußerung nach der Tötung von Bin Laden in den Wiki-Artikel eingepflegt werden sollte oder nicht. Wie man sieht, sprechen die teilnehmenden User sich FÜR eine Änderung aus. Als Legitimation dient hier weniger ein direktes Relevanzkriterium anhand der Wiki-Regeln sondern vielmehr das einheitliche Stimmungsbild unter den Usern. Konsequenterweise findet man Merkels Äußerungen zu Bin Laden nun auch im Artikel:  http://de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel#Reaktion_auf_bin_Ladens_Tod
Frau Merkel hätte kaum eine Möglichkeit (auf herkömmlichem Wege), diesen Paragraph wieder aus dem Wiki-Artikel entfernen zu lassen, da es einen gemeinsamen Konsens unter den Wiki-Usern gibt. Sie müsste die Wiki-User von der fehlenden Relevanz dieser Äußerungen überzeugen, was nur schwerlich möglich sein dürfte.

Zusatz: Es gibt sogenannte „geschützte“ oder „halbgeschützte Seiten“, die unterschiedliche Zugriffsrechte haben (bspw. muss ein User mindestens vier Tage angemeldet sein etc.).
Wer hat Recht?
Grundsätzlich gilt, dass für jede Art von Artikel (bspw. Personenbezug, Sachbezug, Technikbezug) eigene Relevanzkriterien entwickelt wurden. Diese Relevanzkriterien sind zentraler Bestandteil einer jeden Argumentation für oder gegen Veränderung an einem Artikel bzw. für das Erstellen eines neuen Artikels.
Die Relevanzkritierien entspringen einer Konsensfindung innerhalb der Wiki-Community. An dieser Konsensfindung kann jeder „Wikipedianer“ teilhaben. Diese Kriterien werden selbst fortlaufend diskutiert und verändert.
Artikel, die den Relevanzkriterien nicht entsprechen, werden den sogenannten „Löschkandidaten“ hinzugefügt. Dort wird ggf. die Löschung des Artikels noch einmal diskutiert, bevor er durch einen Administrator gelöscht wird.
Zitat Wikipedia: Du bist ein Wikipedia-Editor, es gibt keinen Chefredakteur oder eine vergleichbare Instanz. Aktive Mitglieder schauen sich die letzten Änderungen an und korrigieren Inhalt und Format. Jeder Teilnehmer ist gleichzeitig Autor und Redakteur. Wenn du in einem konkreten Fall Meinungsverschiedenheiten mit anderen Benutzern zur Auslegung oder Anwendung der Richtlinien hast, solltest du diese auf der Diskussionsseite des jeweiligen Artikels klären und nicht durch ständiges Rückgängigmachen von Änderungen einen Edit-War beginnen. Wenn sich mehrere Benutzer nicht einigen können und es zu einem Edit-War kommt, können Administratoren betroffene Artikel vorübergehend gegen weitere Änderungen sperren.
In extremen Fällen können die Administratoren auch Benutzer sperren.
Darüber hinaus gibt es eine Art „Schiedsgericht“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Schiedsgericht), vor dem Konflikte, die auch von einem Administrator nicht gelöst werden können, vorgetragen werden.

Mit wem diskutiert man in der Wikipedia?
Mit jedem und niemand. Diese Frage ist ohne weiteres nicht zu beantworten, da prinzipiell jeder Web-User innerhalb von Sekunden auch zum Wikipedia-Mitglied wird und vom ersten Moment an gleichberechtigt mit allen anderen Nutzern Inhalte erstellen oder abändern darf. Ändere ich also bspw. den Artikel „Angela Merkel“, kann es passieren, dass ich mich gleichsam mit einem Politikstudenten, einem Historiker, einem Deutschlehrer und einem Schüler, der für sein Referat recherchiert, auseinandersetzen muss.
Es gibt eine Reihe von Administratoren, die spezielle Nutzerrechte haben. Dazu gehört u.a. das Löschen von Seiten oder das Sperren einzelner User. Fehlverhalten (bspw. „Edit-War“) kann den Administratoren gemeldet werden, diese beschäftigen sich dann mit dem Sachverhalt und treffen eine Entscheidung. Die Administratoren werden von der Community gewählt und sind normalerweise verdiente Mitglieder. Einige Administratoren geben fachliche Schwerpunkte an. Eine Liste ist hier einsehbar: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Liste_der_Administratoren
Schreibt man also bspw. einen Artikel zum Thema Informatik, muss man davon ausgehen, dass man sich unter Umständen (bspw. im Streitfall mit anderen Usern) mit dem Administrator „Langec“ auseinandersetzen muss.  Zu dessen fachlichem Hintergrund (Informatik-Doktorand an der Jacobs University Bremen (Bremen, Deutschland, Europa)) lässt sich auch mehr erfahren, das ist aber nicht unbedingt die Regel, insbesondere nicht unter „gewöhnlichen“ Usern ohne Adminrechte.

Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Artikel ändern will?
Die Änderung sollte den Relevanzkriterien entsprechen oder anderweitig stichhaltig begründbar sein.
Zitat Wikipedia: „Erfüllt ein Thema die nachfolgenden Kriterien nicht, so muss das nicht notwendig zum Ausschluss dieses Artikelgegenstands führen, es müssen dann aber andere stichhaltige Argumente für dessen Relevanz angeführt werden. Die Relevanzkriterien sind also hinreichende, nicht aber notwendige Bedingungen für enzyklopädische Relevanz.“
(vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Relevanzkriterien)
Änderungen können auch akzeptiert werden, wenn der Sachverhalt außerhalb der Relevanzkriterien liegt, aber dem allgemeinen Konsens entsprechen. Zitat Wiki: „Die Richtlinien in der Wikipedia entstehen durch Gewohnheit oder Konsens und entwickeln sich im Lauf der Zeit weiter.“
Nehme ich die Änderung vor, sollte ich dies nur mit entsprechend nachvollziehbarer Begründung tun. Stößt die Änderung auf Kritik, muss sich auf der „Artikeldiskussionsseite“ entsprechend rechtfertigt werden. Wird kein Konsens gefunden, kann notfalls ein Administrator benachrichtigt werden. Entsprechende Anfragen können hier hinterlegt werden: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Administratoren/Anfragen
Ein zweiter wichtiger Aspekt ist das „Monitoring“ des Artikels, der ergänzt werden soll. Zwar ist, es wie oben beschrieben, grundsätzlich möglich mit jedem Wikipedia-User in eine Diskussion zu geraten, in der Realität wird es eher so sein, dass sich einige User immer wieder mit den gleichen Artikeln und Änderungen beschäftigen. Beobachte ich den Artikel vorab, schaue mir die User an, die daran teilnehmen, recherchiere evtl. den Hintergrund dieser User, kann ich schon im Vorfeld besser einschätzen ob und mit wem ich anschließend diskutieren muss und ob meine Veränderung akzeptiert wird. Relevante Fragen dabei sind u.a.:
  • Welche User sind „in“ dem Artikel/den dazugehörigen Diskussionen aktiv?
  • Sind die Hintergründe und Motivationen der Teilnehmer recherchierbar?
  • Wie ist die Tonalität? Gibt es evtl. schon gegensätzliche Positionen?
Es gibt allerdings für den User keine Pflicht bspw. den Realnamen anzugeben. Es ist also gut möglich, dass man auf einer rein anonymen Ebene miteinander diskutiert und sich die Hintergründe und die Motivation des Diskussionspartners nicht recherchieren lassen. Dies kann man natürlich auch zum eigenen Vorteil nutzen: Gibt man sich zu erkennen (Realnamen, fachlicher Hintergrund etc.) und tritt transparent auf, zahlt das auf die eigene Glaubwürdigkeit ein, was in Auseinandersetzungen durchaus hilfreich sein kann.

First Steps:
1.       Wie lauten die Relevanzkriterien für den Artikel/den Themenbereich. Gehen meine Veränderungen damit konform? Habe ich eine stichhaltige und nachvollziehbare Argumentation für die Veränderungen?
2.       Wird der Artikel von den Usern bereits diskutiert? Wenn ja, was sind die Diskussionsthemen, sind diese relevant für meine eigenen Änderungen?
3.       a) Sind meine Änderungen berechtigt und lassen sich entsprechend begründen (im Optimalfall mit den Relevanzkriterien von Wiki), nehme ich diese Änderungen vor und beobachte, ob diese stehen bleiben. Bleiben sie nicht stehen oder werden geändert, setze ich mich mit dem entsprechenden User in Kontakt oder eröffne ein Thema auf der Artikeldiskussionsseite.
b) Gehe ich davon aus, dass meine Änderungen nicht ohne weiteres akzeptiert werden, macht es Sinn zuerst auf die Artikeldiskussionsseite zu gehen und meine Änderung dort vorzuschlagen und zur Diskussion zu stellen. Dies zeugt von Gesprächsbereitschaft und schafft Vertrauen. Emotionale Auseinandersetzungen können so leichter vermieden werden.

Schafft die PR sich selbst ab?

Etwas verspätet: Im Netz hat die letzten Tage eine interessante Diskussion über die Relevanz und Zukunftsfähigkeit von PR in Forschung und Praxis stattgefunden. Angestoßen wurde die Diskussion von Thomas Pleil, der dem Thema einen ausführlichen Blogbeitrag widmete. Vorlage für das Posting war ein Blogartikel sowie der Eröffnungsvortrag zum Euprera Spring Symposion 2011, beides kam von "PR-Praktiker" David Phillips. Mirko Lange nimmt den Ball auf und äußert in einem lesenswerten Beitrag seine Meinung zum Thema.

Eines zeigt die Debatte ganz deutlich: Es gibt einige Baustellen, wenn es um die Reputation von PR geht. Eine Baustelle sind die "neuen Medien". Social Media waren (sind) eine Chance, die Reputation der PR langfristig zu verbessern und quasi die "Licence to operate" der PR nachhaltig zu sichern. Neue Berufsfelder im Social Web wie bspw. Community Management benötigen in erster Linie das Handwerkszeug eines professionellen (PR-)Kommunikators.
"[...]die Entwicklungen hin zu mehr Transparenz etc. erfordern künftig vergleichsweise mehr Kommunikations- als Vermarktungsprofis." (Pleil 2011)
Parallelen zwischen "neuen Berufen" im Social Web und klassischer PR-Qualifikation habe ich auch in meiner Diplomarbeit ausführlich behandelt. Wer nachlesen mag, klickt hier. Vielleicht braucht die PR auch einfach mal 'ne gute Marketingkampagne...

Social what!?

Ich bin ja jetzt (fast) fertig mit meinem Studium und werde ein „Enabler“. Unter anderem für Social Media. Nun gut, why not? So schwer ist es ja im Moment nicht da jemanden zu finden, der gerne enabled werden will. Es gibt sicher einige Unternehmen, die ein paar Buzzwords kennen und dann meinen, sie „müssen“. Weil andere machen es ja auch und jeder ist bei Facebook und ohne Twitter kann keine Kommunikation mehr funktionieren. Stimmt natürlich nicht. Und ganz ehrlich, ich höre mittlerweile einige Wörter so oft, dass es manchmal fast schon nervt. Ganz vorne dabei: Social Media, Facebook und Dialog, häufig in Verbindung mit dem erwähnten „muss“. Dicht auf den Fersen: Authentizität und Transparenz. An dieser Stelle der Hinweis auf Mirko Lange, der ja schon erfolgreich dargestellt hat, dass der „Dialog“ von Unternehmen in „sozialen“ Medien eben kein Muss ist. Nicht falsch verstehen: Ich mag Social Media, ich bin auch überzeugt von dem, was ich tue. Authentizität und Transparenz *sind* gerade im Netz in vielen Fällen von besonderer Bedeutung. Und dass es viele sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für Social Media in der Unternehmenskommunikation gibt, steht außer Frage. Aber ab und an scheint mir die ganze Debatte zu oberflächlich und zu stark an einzelne Plattformen gebunden zu sein. Social Media steht in den Köpfen vieler nicht für einen Prozess oder für einen Umschwung, sondern für Facebook und zwei, drei andere Tools (großzügig geschätzt). Irgendwann wird aber niemand mehr über Twitter und Facebook reden und niemand wird mehr „Social Media“ sagen. Neue Plattformen werden kommen und gehen, die Art der Interaktionen im Netz wird sich ständig verändern (*hust*), es wird neue Hypes geben und alte werden verschwinden.

Aber eine Sache wird bleiben. Eine grundlegende Veränderung, die nicht nur für die Unternehmenskommunikation sondern für das *gesamte* Unternehmen von höchster Relevanz ist: Die Online-Kommunikation hat eine „Empfehlungswirtschaft“ zur Welt gebracht. Und die geht nicht mehr weg. Wer kauft denn bitte bei Amazon einen Artikel, der weniger als, sagen wir, vier Sterne hat? Im Gegenzug dazu haben Produkte mit fünf Sternen direkt einen ordentlichen Vertrauensvorsprung. Und da habe ich mir nur die Statistik angesehen und nicht mal die Kundenmeinungen gelesen, um tiefer in die Materie einzusteigen. Und diese Empfehlungen/Besprechungen/Kritiken/Meinungen (und mögen sie nur aus 140 Zeichen bestehen) finden ja nicht nur bei Amazon statt, sondern überall im Netz. Und dank Google und Co. kann man sie ziemlich einfach finden. Wie wird es erst sein, wenn diese Empfehlungen dank mobilem Internet auch in unserem Alltagsleben durchweg präsent sind? Wenn wir in die Bäckerei gehen, werden wir automatisch darüber informiert, wie das Brot schmeckt. Abends im Restaurant wissen wir ganz genau, warum man das Schnitzel besser nicht bestellen sollten. Und der Verkäufer einer großen deutschen Elektromarktkette hat endlich keine Chance mehr uns alte Geräte zu überteuerten Preisen zu verkaufen, weil wir dank einem kurzen Barcode-Scan besser informiert sind als er es jemals sein wird. (Anmerkung: An dieser Stelle reflektiere ich noch nicht, ob das alles so sinnvoll ist und überhaupt noch Spaß macht. Das sollte man aber sicherlich tun. Vielleicht mache ich das mal.)

Und auch wenn Dirk Songür mir jetzt auf die Finger klopft, langfristig und mit steigender Effektivität und Macht von „Empfehlungsportalen“ ala Amazon, sehe ich auch den typischen Produkt-Journalismus im Hintertreffen. Dass die Auflagezahlen der Fachpresse (gerade in Bereichen mit jungen Zielgruppen die eine hohe Web-Affinität haben) tendenziell rückläufig sind, ist nun kein Geheimnis. Das hat nicht nur aber sicher auch etwas damit zu tun, dass die Meinung eines Einzelnen einfach an Gewicht verliert. Nicht ohne Grund versuchen einige Magazine im Special Interest-Bereich durch „klassische“ journalistische Qualitäten wie spannende Reportagen und gut recherchierte Features auf andere Art Mehrwerte zu generieren.

OK, bevor ich jetzt zu weit abdrifte: Was ich viel lieber verkaufen oder „enablen“ möchte als die nächste Facebook-Fanpage, ist das grundlegende Verständnis dafür, was sich für Unternehmen dadurch verändert, dass Menschen das Medium Internet für ihre Kommunikation nutzen können. Was das für ein Unternehmen bedeuten kann. Und für die Produkte eines Unternehmens bedeuten sollte. Besonders was deren Qualität und Entstehungsgeschichte angeht. Woher Ideen kommen (können). Und wie ich mit mündigen Kunden umgehen muss, um weiterhin erfolgreich zu arbeiten.

Das ist meines Erachtens viel wichtiger als unter selbst auferlegtem Druck auf den Social Media „Hypetrain“ aufzuspringen, irgendwas auf Facebook zu machen und „den Dialog zu suchen“. Und wenn das verstanden wurde, dann rede ich auch gerne über den Sinn oder Unsinn eines Twitter-Accounts.

Online Communitys + Unternehmenskommunikation + E-Book + Download + Matthias Bastian

Sehr geeehrte Damen und Herren,

es ist mir ein innerer Reichspartei...äh...Sekunde. Nochmal neu. Es ist mir eine große Freude meine mehrfache Ankündigung heute endlich wahr machen zu dürfen. Das Ding, was mich in den letzten drei Monaten am meisten Zeit und Nerven gekostet hat, ist nun fertig, bewertet und steht zum Download bereit - meine Diplomarbeit. Zur Erinnerung, das Thema war, ist und bleibt:

"Online Communitys, Community Management und Unternehmenskommunikation - ein Leitfaden für Praktiker"


Den Download gibt's hier (currently hosted by PDFCast.org).

Die Arbeit wurde mit "sehr gut" bewertet. Aber viel wichtiger als schnöde Zahlenwerte sind doch manchmal die kleinen Komplimente am Rande, oder nicht? Mein Zweitkorrektor teilte mir nach dem Kolloquium mit, dass er meine Arbeit sehr gerne gelesen hat. Mission accomplished. Danke dafür.

So freundlich wird die Internet-Gemeinschaft von Community-Managern und Social Media-Experten sicherlich nicht mit mir umgehen, deshalb folgende Anmerkung: Konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge gerne in die Kommentar-Sektion oder per Twitter, Facebook...was auch immer. Das gilt auch für bewundernde Äußerungen, Lobhudeleien und eventuelle Heiratsanträge. Grobe Beleidigungen, Wutausbrüche, SPAM und anderen Schnickschnack bitte nur per E-Mail. Und wer sich ernsthaft traut einen Rechtschreib- oder Formalitäten-Flame zu bringen, darf mit einem Permaban aus meinen Kommentaren (und meinem Leben) rechnen.

War das jetzt irgendwie zu unseriös? Ach ne, denke nicht. Ist ja mein Blog. Und meine Arbeit. Viel Spaß damit! ;)

P.S.: Wer keine Lust hat sich der wissenschaftlichen Lektüre hinzugeben, dem sei gesagt, dass ich plane einzelne Kapitel für den Blog etwas aufzubereiten und meinen Leitfaden zur Diskussion zu stellen. Ihr müsst die Arbeit also nicht runterladen und könnt trotzdem was davon mitbekommen.

P.P.S.: Ich habe ein Buch geschrieben!!! Lebensziel erfüllt!! (ok, ein kurzes und elektronisches, aber immerhin?)

Innovation leicht gemacht?

Gutes Online-Monitoring ist ein essentieller Bestandteil eines funktionierenden Issues-Management. Und ohne funktionierendes Issues-Management steht jede Strategie der Online-PR auf wackeligen Beinen. Besonders im Feld der Innovation kann das Feedback aus Online-Communitys für Unternehmen viel wert sein. Durch kontinuierliche Einbindung von Kundenmeinungen entlang des gesamten Innovationsprozesses ermöglicht gutes Online-Monitoring die gezielte Verbesserung des eigenen Angebots.

Nun ist es aber, besonders bei großen Unternehmen, nicht unbedingt eine leichte Aufgabe eine unglaubliche Vielzahl an Inhalten in Communitys zu lesen und sinnvoll zu verwerten. Die relevanten Inhalte finden sich nun mal nicht an einer Stelle sondern sind über das ganze Netz verstreut, über viele verschiedene Communitys hinweg. Um diesen Prozess etwas zu erleichtern haben beispielsweise Dell, Starbucks und (ganz neu, glänzt noch) Sony "Idea-Communitys" eingeführt. Dies sind zentral eingerichtete Communitys, die dem Kunden die Möglichkeit geben sollen, sein Feedback direkt beim Unternehmen zu hinterlassen. Das ist nun nicht unbedingt erstaunlich, prinzipiell ging das bisher ja auch über bspw. ein gewöhnliches Internetforum oder E-Mail. Neu daran ist aber, dass diese Plattformen für diesen Zweck maßgeschneidert sind und die Einbindung des Kunden in den Innovationsprozess konsequent zu Ende gedacht wurde. Im Sinne des Crowd-Sourcing überlässt man durch eine Voting-Funktion dem Kunden die Aufgabe, die eingegangenen Ideen auch direkt zu priorisieren. So bekommt man als Unternehmen die Ideen nicht nur "frei Haus" geliefert sondern hat direkt auch einen Eindruck davon, wie relevant die Vorschläge des Kunden sind und wie viele Konsumenten diese unterstützen.

Natürlich sollte man möglichst genau wissen, welchen Teil man seiner Kundschaft über das Internet erreicht und inwiefern das das Meinungsbild verzerren kann. Bei technikaffiner Kundschaft wie bei Dell oder Sony mögen die eingebrachten Ideen "spot on" und weitgehend allgemeingültig sein, bei Starbucks wird das eventuell schon schwieriger. Außerdem sollte man sich auch darüber bewußt sein, dass sich Unternehmen über solche Plattformenen einem gewissen Druck aussetzen. Ideen und Vorschläge, die öffentlich von der Community gefordert werden, aber nicht umgesetzt werden, hinterlassen einen negativen Eindruck. Es wird interessant sein zu sehen, wie und ob sich diese Communitys bezahlt machen.

UPDATE:

Ich habe in meiner Aufzählung als schönes deutsches Beispiel Tchibo vergessen...

Online-PR is all about Community

Tolles Filmchen. Inhaltlich wie optisch. Zwar schon länger im Netz, aber vielleicht kennt es ja jemand noch nicht. ;)



Hier gefunden.

In eigener Fundsache...

Go-Social ist zwar mein erster Blog mit PR-Bezug, aber nicht das erstemal, dass ich über PR blogge. Auf PR-Fundsachen.de findet man noch ein paar Beiträge von mir. Von meinen eigenen Beiträgen mal abgesehen, gibt es dort noch eine Menge anderer sehr guter Blogposts von Online-PR Studis der H_DA.

Internetforen und Online-PR

Eins ist klar: viele der klassischen PR-Regeln greifen im Netz nur noch bedingt. Communities verlangen von der PR neue Strategien und eine ganze Menge an Flexibilität - und Transparenz. In meiner Präsentation beschäftige ich mit dem Einfluss von Internetforen auf die Online-Kommunikation - und den daraus resultierenden strategischen Möglichkeiten für die Online-PR.