Altruismus im Community Management

Oder genauer: In der Community. Dieses spannende Zeit Dossier (natürlich gibt es unzählig viel Literatur zu dem Thema) hat mich auf den Gedanken gebracht, ob und inwiefern es altruistische Anreizsstrukturen gibt eine Community zu nutzen. Und nein, natürlich ist diese Frage nicht endgültig geschweige denn "korrekt" zu beantworten. Ich will also gar nicht erst so tun als sei es mir gelungen. ;)

In "Maslow für Community Manager" habe ich mich ja schon einmal mit der Frage nach Bedürfnissen für die Nutzung von Communitys beschäftigt. Damals hatte ich ausschließlich relativ eindeutig "egoistische" Motive beschrieben.


Selbstverwirklichung, der Wunsch geliebt zu werden und Wertschätzung zu erfahren sind "egozentrisch" im wörtlichen Sinne, das Ego steht im Zentrum dieser Motive.
Wie ist die Situation bspw. in einem Forum, in dem anderen Menschen geholfen wird? Natürlich lässt sich diese Hilfestellung mit den oben genanten Motiven erklären. Der User verwirklicht sich selbst, in dem er sich etabliert (= entsprechend aus der Masse hervorgehoben wird und so durch die Community Anerkennung findet). Um das zu erreichen, "muss" er helfen. Zugegeben ist das eine Erklärung, die sich nicht besonders nett anhört.

Aber (Zeit Dossier):
Darum würde man den menschlichen Empfindungen und fast all unseren Handlungen nicht gerecht, erklärte man sie allein durch Eigennutz oder aber ausschließlich durch die Sorge um andere. Oft ist nicht einmal klar auszumachen, wo die eigenen Belange aufhören und fremde beginnen. »Mitgefühl ist weder altruistisch noch eigennützig«, so hat es der amerikanische Neuroökonom Paul Zak formuliert. »In Wirklichkeit zeigt diese Regung, wie sehr wir gelegentlich die Bedeutung des Individuums überschätzen.«
Ich denke, jede funktionierende Community (zumindest wenn sie Dialog-zentrisch ist) hat eine Portion "Mitgefühl" notwendig, damit sie funktioniert. Wäre es also unter Umständen sinnvoll bei der Konzeption einer Community in mögliche altruistische und egoistische Motive zu unterscheiden und dementsprechende Anreizstrukturen zu schaffen? Passend zur Zielsetzung der Community Bedürfnisse zu wecken, die entweder das Individuum oder die Gemeinschaft stärker in den Vordergrund rücken? Dem Individuum vielleicht sogar die Möglicht zu geben sich "aufzuopfern"?

Ich weiß, sehr abstrakte und schwierige Fragestellung. Aber das macht sie nicht weniger interessant.
Blöd nur: So sehr ich auch drüber nachdenke, mir fällt grad keine Community ein, die einem eindeutigen altruistischen Muster folgt bzw. rein die funktionierende Gemeinschaft in den Vordergrund stellt.

EDIT:

Noch'n Link, da stellt sich die Frage nach Altruismus gar nicht erst. Wie man mit Social Media offenbar doch Profit macht (machen kann...).

Matthias Bastian

Dipl. Online-Journalist, Online-Marketing-Nerd, VR-Evangelist

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