Maslow für Community-Manager

In der Literatur wird recht häufig auf Maslows-Bedürfnispyramide verwiesen wenn es darum geht, grundsätzliche Bedürfnisse der Menschen für die Nutzung einer Community auszumachen. Aus diesem Grund habe ich mal eine Pyramide speziell für Community-Manager gebastelt.



Nach Maslow sind die angeborenen Bedürfnisse des Menschen in einer Hierarchie der Vorrangigkeiten angeordnet. Sind die Bedürfnisse einer Stufe befriedigt, so haben auf der nächsten Stufe andere Bedürfnisse Vorrang. Wenn also zum Beispiel physiologische Bedürfnisse wie Hunger und Durst befriedigt sind, tritt auf der nächsten Stufe das ihr zugehörige Bedürfnis, nämlich das Sicherheitsbedürfnis, in den Vordergrund und verlangt nach Befriedigung. Darauf folgen der Reihe nach das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Liebe, nach Wertschätzung und nach Selbstverwirklichung. An der Spitze der Bedürfnishierarchie steht das Bedürfnis nach Transzendenz als sechste Stufe. Diese höchste Stufe soll Maslow zufolge das Bedürfnis des Menschen nach dem letzten und äußerst Erreichbaren repräsentieren, ein Bedürfnis, das über Selbstverwirklichung hinausgeht, nämlich die Suche nach einer sogar jenseits des individuellen Menschseins liegenden Identität (bspw. die Suche nach Gott).

Da die Basisbedürfnisse der körperlichen Grundbedürfnisse sowie der körperlichen Sicherheit in modernen Industrieländern in den meisten Fällen erfüllt sind, geht es in einer nächsten Stufe um die Befriedigung sozialer Motive. Online-Communitys können nach Maslows Pyramide mindestens zwei der fünf Grundbedürfnisse erfüllen (Zugehörigkeit, Wertschätzung) – prinzipiell ist auch die Erfüllung des Bedürfnisses nach Selbstverwirklichung in Online-Communitys nicht ausgeschlossen. Einen Experten-Status in einem Internetforum zu erreichen oder ein renommierter, in der Blogosphäre geachteter Blogger zu sein, bringt soziale Akzeptanz und dient damit möglicherweise zugleich der Selbstverwirklichung.

Für den Community-Manager ist es wichtig, diese sozialen Faktoren zu berücksichtigen. Sowohl in der Konzeption (bspw. durch Reputationssysteme, durch die die User Anerkennung "erhalten" können) als auch im operativen Bereich (Zuhören IST eine Form von Wertschätzung!).

Matthias Bastian

Dipl. Online-Journalist, Online-Marketing-Nerd, VR-Evangelist

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